Direkt zum Inhalt wechseln

How to: Bei welchen Wellen man Surfen gehen soll

am - in Surf How-To, Surf Tipps
Furet Ventura perfekte Konditionen

Den perfekten Surfspot mit der perfekten Welle zu finden, ist manchmal gar nicht so leicht. Doch mit unseren Tipps werdet ihr schon bald in der Lage sein, die für euch passenden Wellen zum Surfen auszuwählen.

Wie findet man eigentlich raus, bei welchen Wellen man Surfen gehen soll? Den richtigen Spot mit der richtigen Welle zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach – vor allem dann, wenn man Surfanfänger ist. Doch mit unseren Tipps und etwas Übung werdet ihr schon nach kurzer Zeit in der Lage sein, die unterschiedlichen Wellenbedingungen zu verstehen und die für euch passenden Wellen zum Surfen auszuwählen.

Methode 1: Verständnis guter Wellenbedingungen

Ein gutes Verständnis der Wellenbedingungen gehört zum Basiswissen eines jeden Surfers. Nur wenn ihr Informationen wie Windrichtung, Windstärke, Wellenhöhe und Gezeiten richtig interpretieren könnt, könnt ihr daraus die passenden Surfspots ableiten und euch mit einem geilen Surf belohnen.

1. Checkt als Anfänger Surfspots mit kleinen Wellen und wenig Wind!

Auf Websites wie magicseaweed.com oder surfline.com findet ihr die weltweit besten Surfspots mit den Wellenbedingungen jedes Tages. Solche Seiten zeigen euch die Höhe der Flut, die Richtung des Windes, das Wetter und andere Informationen zu jedem beliebigen Surfspot, die ihr verwenden könnt, um die richtigen Wellen auszuwählen.

Als Anfänger konzentriert ihr euch bei den Angaben auf kleine Wellen, niedrigere Gezeiten und langsame Winde. Bei der Wellengröße solltet ihr in der Regel Wellen surfen, die euch maximal bis zu Brust reichen, maximal 1,5 Meter.

2. Fahrt zu Surfspots mit Winden von 20 Knoten oder weniger!

Winde erzeugen Wellen, allerdings tun sie das oft Hunderte Kilometer entfernt vom eigentlichen Surfspot. Es gibt aber auch Winde, die regional auftreten und die die Wellenqualität eines Surfspots direkt beeinflussen können.

Vor allem starke regionale Winde machen einen Surfspot schwieriger surfbar. Dann verbläst der Wind die Wellen und macht das Wasser unruhig. Versucht deshalb in Gegenden zu fahren, in denen wenig oder gar kein Wind bläst und wo die Surfspots unabhängig von der Windstärke und der Windrichtung funktionieren, am besten auch bei Windstille.

Die App von magicseaweed.com ist super dafür geeignet, wenn ihr die lokalen Wettervorhersagen zu einem Surfspot überprüfen wollt.

Tipp 1: Um schnell zu checken, ob der Wind zu stark bläst (über 20 Knoten), teilt die Windgeschwindigkeit in km/h einfach durch die Hälfte und ihr erhaltet die Windgeschwindigkeit in Knoten (1 km/h = 0,539 Knoten).

Tipp 2: Morgens und Abends sind die Windbedingungen häufig am besten, weil die Winde offshore wehen (von der Küste aufs Meer). Dann ist alles bis 20 Knoten ok.

Tipp 3: Am Nachmittag wehen die Winde häufig onshore (vom Meer auf die Küste). Wollt ihr dann Surfen gehen, solltet ihr als Anfänger Surfspots mit 10 Knoten und mehr vermeiden. Grund: Die Wellen sind unberechenbar und sehr schwer zu surfen, da sie an unterschiedlichen Stellen brechen.

3. Benutzt die Swellhöhe, um die Größe der Wellen zu bestimmen!

Ein Swell (Dünung) besteht aus ungebrochenen Wellen, die sich durch den Ozean bewegen und erst über den flachen Küstenbereichen des Meeresbodens brechen.

An Surfspots, die direkt vor einem Swellfenster liegen, brechen oft Wellen, die ungefähr so groß sind wie der Swell selbst. So erzeugt ein 3-Meter-Swell an solchen Spots Wellen von etwa drei Metern Höhe. Auch hier sind Websites wie Magicseaweed oder Surfline der beste Weg für euch, die Höhe der Dünung an beliebten Surfspots rauszufinden.

Ein Beispiel: Zeigt euer Surfspot nach Nordosten und ein 3-Meter-Swell kommt aus südöstlicher Richtung, werden die Wellen kleiner sein, da sie sich um eine Ecke bewegen müssen. In diesem Fall werden die Wellen etwa 1,5 Meter (4,9 Fuß = ft) groß sein.

4. Surft bei Ebbe für kleine und sanfte Wellen!

Im Allgemeinen gilt: Je niedriger die Flut (Hochwasser), desto flacher ist das Wasser in der Nähe des Surfspots und desto kleiner sind die brechenden Wellen. Umgekehrt sind starke Gezeiten in der Regel ein Hinweis auf tieferes Wasser und höhere Wellen.

Auch bei Ebbe, also Flachwasser, solltet ihr vorsichtig sein und vor dem Surfen nach Korallen oder Felsen unter der Wasseroberfläche Ausschau halten. Denn die können bei Stürzen zu Verletzungen führen.

Vor allem die Anfänger unter euch sollten eher bei Niedrigwasser Surfen gehen, da die Wellen bei Ebbe normalerweise sanfter sind und ihr sie länger surfen könnt. Bei Flut ist es umgekehrt. Dann sind die Wellen größer und schneller und laufen nicht so lange.

Methode 2: Erkennt das Potential von Wellen

Neben dem Verstehen guter Wellenbedingungen ist auch das Erkennen des Potentials von Wellen entscheidend beim Surfen. Deshalb hier ein paar Tipps, wie ihr das Potential von Wellen schnell erkennen könnt.

1. Achtet auf Wellenlinien am Horizont!

Die ersten Anzeichen für Wellen sind die markanten Linien am Horizont, die sich in Wellen verwandeln, wenn sie sich dem Ufer nähern. Sobald das der Fall ist, brechen sie entweder als linke Welle, rechte Welle, geschlossene Welle (Closeout) oder als A-Frame.

Eine A-Frame-Welle ist eine Welle, die sowohl nach links als auch nach bricht. Das bedeutet, dass ihr die Welle in beide Richtungen surfen könnt.

Wellen, die nach links brechen (nach rechts, wenn ihr vom Strand aufs Meer blickt), werden als „linke“ Wellen bezeichnet. Wenn sie aus der Sicht des Surfers von rechts brechen, nennt man sie „rechte“ Wellen.

2. Bestimmt die Wellenrichtung, indem ihr den steilsten Wellenpunkt findet!

Nähert sich euch eine Welle, schaut nach dem höchsten und steilsten Punkt auf der Welle. Dieser Punkt liegt normalerweise in der Richtung, in die ihr die Welle surfen werdet. Und er entspricht der Richtung, in die die Welle brechen wird. Wenn zum Beispiel die linke Seite der Welle am steilsten ist, solltet ihr die Welle auch nach links surfen.

Könnt ihr keinen besonders steilen Punkt erkennen, wird die Welle wahrscheinlich schnell zumachen (Close-out), also auf der gesamten Länge gleichzeitig brechen. In so einem Fall könnt ihr die Welle nicht surfen. Lasst sie brechen und wartet auf die nächste Welle.

3. Konzentriert euch ungebrochene Wellen und vermeidet gebrochene Wellen!

Eine gebrochene Welle (oder Weißwasserwelle) ist eine Welle, die bereits gebrochen ist und sich als schäumendes Weißwasser in Richtung Strand bewegt. Für die blutigen Anfänger unter euch sind Weißwasserwellen perfekt geeignet, um das erste Mal ein Surfbrett unter den Füßen zu spüren und um das Gleichgewicht zu trainieren.

Die Anfänger unter euch, die bereits Surferfahrung haben, sollten sich auf das Surfen von ungebrochenen oder „grünen Wellen“ konzentrieren. Grüne Wellen erkennt ihr daran, dass der weiße obere Teil der Welle, die sogenannte Lippe der Welle, noch nicht bis zum Wellental gestürzt ist und die Welle immer noch ungebrochen, also grün ist. In der Situation ist dann auch der richtige Teake Off entscheidend. 

Methode 3: Wählt die richtigen Wellen aus

Die Auswahl der richtigen Wellen hängt vor allem von eurem Surflevel ab: Je besser ihr surft, desto größere und schnellere Wellen werdet ihr euch schnappen. Dagegen werden die Anfänger unter euch eher kleinere und langsamere Wellen aussuchen. Worauf Ihr noch bei der Wellenauswahl achten solltet haben wir in einem weiteren Beitrag zusammen geschrieben.

1. Surft Beachbreaks, wenn ihr Anfänger seid!

Ein Beachbreak ist eine Welle, die über Sand auf dem Meeresboden bricht. Da Sand anfällig für Verlagerungen ist, variiert auch die Qualität und die Form der Wellen an solchen Spots. Ihr werdet jedoch feststellen, dass sich die Qualität von Beachbreak-Wellen meistens gut vorhersagen lässt.

Zudem bietet euch der sandige Untergrund ein sicheres Polster, falls ihr mal von der Welle stürzen solltet. Vor allem bei kleinem Shell und aufsteigendem Wasser sind Beachbreaks die mit Abstand besten Wellen für Anfänger.

2. Surft Reefbreaks, wenn ihr Fortgeschrittene seid!

Im Gegensatz zu Beachbreaks brechen Riffwellen über felsigem Untergrund oder über Korallen. Da sich weder Korallen noch Felsen durch Stürme oder Strömung verändern, laufen Reefbreak-Wellen viel gleichmäßiger als Beachbreak-Wellen. Allerdings sind sie durch ihren harten Untergrund auch etwas gefährlicher bei Stürzen von der Welle.

Gerade bei größeren Swells tragen viele Surfer deshalb einen Helm, wenn sie Reefbreaks surfen. Reefbreak-Wellen laufen typischerweise viel länger als Beachbreak-Wellen und brechen immer gleich. Sie sind somit ideal zum Lernen von Manövern auf langen Wellenritten.

3. Surft Pointbreaks, wenn ihr Profis seid!

Bei einem Pointbreak bricht die Welle um eine Landzunge (dem Point) herum, wenn der Swell von der Seite kommt. An Pointbreaks laufen die Wellen besonders lang, dass heißt, ihr könnt viel länger auf der selben Welle surfen, als an einem Beachbreak.

Pointbreaks brechen hauptsächlich über Stein oder Lava. Bekannte Pointbreaks sind zum Beispiel Anchorpoint in Marokko oder Los Lobos auf Fuerteventura. Diejenigen unter euch, die einen Pointbreak surfen möchten, sollten sich im Klaren darüber sein, dass dafür viel Erfahrung und Ausdauer notwendig sind. Denn gerade bei Pointbreaks ist die Strömung manchmal so stark wie in einem schnell fließenden Fluss.

4. Achtet auf die Geschwindigkeit einer Welle!

Die Geschwindigkeit einer Welle hängt davon ab, wie schnell sie sich von einer rollenden Welle in eine gebrochene Welle verwandelt, und wie schnell sie in eine Richtung bricht – also von rechts nach links, oder von links nach rechts. Dafür ist wiederum ist die Swellhöhe entscheidend: Je größer der Swell, desto größer sind auch die Wellen. Je kleiner Swell, desto kleiner sind die Wellen.

Als Anfänger solltet ihr eher flache und langsam brechende Wellen surfen. Dafür eignen sich bei kleinen Swells vor allem Beachbreaks aber auch Reefbreaks, zum Beispiel die Inside von Majanicho, das ist ein Surfspot an der North Shore von Fuerteventura, bei dem die Wellen in einer kleinen Bucht über ein Korallenriff brechen.

Surfen lernen benötigt viel Zeit und Geduld und jeder macht am Anfang ein paar Fehler. Wir haben einige Anfängerfehler beim Surfen aufgeschrieben und wollen das Ihr diese unbedingt vermiedet. Auch gibt es in der Surf Etiquette einige Do´s and Dont´s die wir zusammen geschrieben haben.

Wir hoffen, dass euch der Artikel vor eurer nächsten Surfsession hilft, einen Surfspot richtig einzuschätzen. Wer noch nicht Surfen war, sollte erst mal einen Surfkurs in einem Surfcamp machen. Hier lernt Ihr die wichtigen Basics, um überhaupt eine Welle einschätzen zu können. Wir haben ein paar Links mit passenden Surfcamps für Anfänger.

Außerdem bietet die folgende Seite noch jede Menge Infos rund um das Thema surfen.




    Schreiben Sie einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.