Surfen bei Olympia, alle Infos die Ihr wissen solltet

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Surfen bei Olympia Zeremonie

Das Surfen, seinen Weg in die Mitte der Gesellschaft gefunden hat, sollte uns allen mittlerweile bewusst sein. Die Welt hat sich verändert und somit auch das surfen mitsamt  „seiner Athleten“. Das heißt das, dass Image der surfenden Dudes und der Abenteuersuche nach der perfekten Welle, mit Olympia 2020, dann wohl ganz im fernen Osten unter geht. Allerdings teilen diese Ansicht nur die eingefleischten Core Surfer.

Alle anderen können sich über jede Menge Shakas und einer neuen spannenden Sportart bei Olympia freuen. Und ganz ehrlich, wer schaut sich nicht lieber Surfen, anstelle von Sportschießen an. Welche Surfer teilnehmen dürfen, wo das surfen in Tokyo stattfindet und viele weitere Facts, haben wir für euch zusammengeschrieben. Wenn Ihr Informationen über Surfen bei Tokyo Olympia 2020 braucht, dann schaut hier mal immer wieder rein. Wir werden auch über das Thema weiterhin berichten.

Austragungsort

Die olympischen Sommerspiele finden in der Stadt Tokyo vom 25. Juli – 03. Auguststatt. Japan ist eine Insel und bietet auch auf jeden Fall Wellen. Allerdings weiß man nie, ob die Wellen gut sind, oder nicht. Im Vorhinein gab es auch viele Spekulationen das die olympischen Surfer in einem Surfpool 2020 surfen werden. Allerdings wurde dieses Gerücht schon letztes Jahr aufgelöst und bestätigt das der Contest auf jeden Fall im Meer, um genau zu sein, in Shidashita Beach in Chiba ausgetragen wird. Der Strand liegt ca 65 km außerhalb von Tokyo und eignet sich somit bestens als Austragungsort. Also bleibt nur noch die Frage ob der Swell und der Wind mitspielen wird. Bei den ISA World Surfing Games, welche als Qualifikationsrunden dienten, sah es von den Konditionen gar nicht mal so schlecht aus.

Veranstaltungstag

Im Surfen ist es generell so, das der Sport extrem abhängig von den Bedingungen auf den Weltmeeren ist. Der Wind spielt eine weitere wichtige Rolle bei der Entstehung von Wellen. Oft gibt es keine surfbaren Konditionen. Aus diesem Grund gibt es bei jedem Surfcontest, ein Zeitfenster von 4 Wochen in der ein einzelner Contest stattfinden kann. Somit sind sehr viel Surfer skeptisch, ob man das Surfen, überhaupt im olympischen Organisationsablauf integrieren kann. Die Lösung wird sein, daß Surfen als einzige Sportart ein Zeitfenster von 14 Tagen eingeräumt wird und wenn die Bedingungen passen, beginnt der Wettkampf. Hat er einmal begonnen müssen alle Heats innerhalb von 2 Tagen über die Bühne gebracht werden.

Wettkampf Ablauf

Beim Contestablauf hat das olympische Komitee glücklicherweise kein neues Judgingsystem integriert, sondern sich an den Ablauf und den Regeln der WSL gehalten. Somit gilt für Tokyo 2020, es wird in Heats gesurft. Die 20 besten Frauen und die 20 besten Männer treffen aufeinander und müssen sich via K.O. System nach oben surfen. Das bedeutet jeweils 4 Surfer befinden sich gleichzeitig an einem Spot draußen am Meer und surfen um die besten Wellen. Sie haben 30 Minuten Zeit, um die besten Manöver zu fahren. Die 2 besten Surfer des Heats kommen weiter, die anderen scheiden aus. In den letzten Runden surfen dann nur 2 Leute gleichzeitig und der Verlierer scheidet aus. Es ist möglich alle Teilnehmer, Männer wie auch Frauen in einem Tag durch zu bekommen. Allerdings wird das Surfturnier dann auch 12 Stunden dauern.

Judgingkriterien

Gejudget wird auch nach dem Regelwerk der WSL. Ich schneide das Regelwerk mal grob an, wer sich etwas tiefer mit der Materie beschäftigen möchte, der kann auch noch das 117 seitige Regelbuch hier runterladen. Jeder Surfer kann sich im Wasser zu positionieren wo er möchte. Er kann jede Welle surfen die in dem abgesperrten Bereich bricht. Die Surfer werden nach folgenden Gesichtspunkten bewertet:

Engagement und Schwierigkeitsgrad der Welle

z.B. bricht die Welle besonders schnell, hat sie schwierige Sections, um die der Surfer fahren muss, ist die Welle besonders groß oder besonders steil.

Innovative und fortschrittliche Manöver

Fährt der Surfer besondere Manöver, besonders hoch in der Welle, besonders schnell, oder springt er aus der Welle raus und berührt dabei sogar noch sein Brett

– Kombination der einzelnen Manöver

Das bedeutet das die Manöver alle zusammenpassen müssen, es sollten füßige Übergänge eingebaut werden und keine abgehackten Manöver.

– Vielfalt der Manöver

Viele verschiedene Manöver auf einer Welle einbauen, mal ein Air, mal einen Roundhouse fahren, einen Cutback, einen Slide oder einen Floater einbauen. Einige Manöver haben wir im Link hier für euch.

– Geschwindikgeit, Kraft und Flow

Das ist ein sehr wichtiges Kriterium, hier wird sich die Geschwindigkeit und die Power des Surfers angeschaut. Rast er um eine Section und drückt er mit voller Kraft das Tail über die Welle. Umso kraftvoller gesurft wird umso besser, aber auch hier gilt, niemals den Flow verlieren.

Anhand dieser Gesichtspunkte werden dann zahlen verteilt von 0.0 – 10.0. 0 ist schlecht, 10 ist sehr gut. Drei Schiedsrichter geben Ihre Punktezahlen ab und der Durchschnitt aller Punkte wird errechnet und als Endergebnis der Welle vergeben.

0.0. – 1.9 poor

2.0 – 3.9 Fair

4.0 – 5.9 Average

6.0 – 7.9 Good

8.0 – 10.0 Excellent

Die 2 höchsten Punktzahlen werden zusammengezählt und dienen dann am Ende der 30 Minuten als Endergebnis. Die berühmte 10 ist die höchste Punktzahl und jeder Surfer kann insgesamt 20 Punkte erreichen, das passiert aber im seltensten Fall.

Qualifikationen

Wie oben schon gesagt treten die besten 20 Männer und die besten 20 Frauen gegeneinander an. Hier dürfen allerdings nur die Leute surfen die sich auch dafür qualifizieren, und da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder man gehört zu den TOP 10 der World Surf League (WSL), dann darf man automatisch teilnehmen. Nehmen Surfer der Top 10 Liste nicht teil, dann greift das 2te Kriterium. Das ist nämlich der aktuelle Surfcontest in Japan, die ISA World Surfing Games. Hier treten alle Surfer der einzelnen Länder gegeneinander an, die sich wiederum durch die nationalen Wettbewerbe dafür qualifiziert haben. Hier bekommen die 4 besten Männer und 6 besten Frauen automatisch einen Slot bei der Olympiade. Ein weiterer Pool aus denen die Surfer geholt werden, ist der 2019 World Surfing Games Podest. Hier wird kontinental geschaut, wer sich auf den oberen Rängen befindet. Aus jedem Kontinent, Afrika, Asien, Europa, Ozeanien und Amerika bekommt der beste Surfer und die beste Surferin auch einen Slot für 2020. Und die letzten 2 Plätze werden an das Gastgeberland vergeben. Viele gut platzierte Surfer werden voraussichtlich nicht teilnehmen und somit wird der Platz dann immer an den nächstbesten vergeben. Insgesamt darf jedes Land nur 2 Surfer und Surferinnen stellen, hat ein Land schon im ersten Kriterium 2 Athleten gestellt so werden die restlichen Plätze an die darunter geordneten Länder vergeben.

Surfer

Viele Surfer wollen bei der Olympiade gar nicht teilnehmen, da es auch zeitgleich andere Wettkämpfe gibt, die sie lieber antreten möchten oder einfach, weil sie in der Zeit lieber andere Wellen surfen möchten. Das bedeutet aber nicht das die Liste der Surfer, nicht mit hochkarätigen Sportlern belegt ist. Kelly Slater zum Beispiel wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der älteste Olympia Athlet sein, denn der 47-jährige ist heiß darauf, sich auf das Podium zu stellen und hat auch sehr gute Chancen. Ansonsten sind noch Surfer wie John John Florence, Italo Ferreira und Gabriel Medina mit dabei. Im deutschen Kader werden wir mit Sicherheit Leon Glatzer sehen, der sich in der aktuellen Qualifikation auf den 15ten Platz surfen konnte. Bei den Frauen wird voraussichtlich Rachel Presti oder Frankie Harrer für das deutsche Nationalteam am Start sein. Allerdings laufen die Qualifikationen noch und vielleicht gibt es auch sogar gar kein deutsches Team.

Das deutsche Team

Die ISA Games haben heute entschieden und Leon Glatzer hat sich als bester deutscher Surfer durchsetzen können. Das Team Deutschland konnte sich sogar auf den 12tenPlatz positionieren. Das bedeutet aber leider das nach jetzigem Stand, kein deutscher Surfer bei der Olympia teilnehmen darf. Leon Glatzer hat noch eine Chance, da er im kontinentalen Vergleich auf Platz 2 hinter Frederico Morais liegt. Wen der über die WSL Wertung für die Olympiade eingeteilt wird, dann bekommt Leon noch im Dezember ein Ticket für Tokyo, also drücken wir allen Frederico Morais die Daumen für seine nächsten Wettkämpfe.

Wer Leon bisher noch nicht surfen gesehen hat, der sollte sich den Leon Glatzer aka El Schnitzel edit anschauen. Des weiteren sind noch Lenni Jensen und Dylan Groen bei der Qualifikation dabei gewesen die sich auch von der besten Seite gezeigt haben. Bei den Frauen haben Frankie Harrer und Rachel Presti unter deutscher Flagge gesurft.

Es bleibt spannend und wir werden weiterhin über die das surfen bei den Olympischen Spielen berichten.

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Im Winter die Alpen, im Sommer das Meer.

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